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Götz - Heinrich, Herzog von Breslau

Johann Nikolaus Götz (* Worms 1721 + Winterburg bei Bad Kreuznach 1781)

Klagend bat ich den May, und Sommer klagend
Wiese, Hügel und Wald, und Sonn` und Venus:
Helft mein Mädchen erbitten, daß es liebe.
Alle gaben mir freundliche Vertröstung.

May.
Meinen Blumen und Blüthen will ich sagen,
Daß sie, bis sie dich liebt, verschlossen bleiben.

Sommer.
Meine Hänflinge, meine Nachtigallen
Sollen schweigen, so lange, bis sie liebet.

Wiese.
Mit den blitzenden Tropfen meines Thaues
Blend ich, bis sie dich liebt, ihr zartes Aeuglein.

Hügel.
Pflückt sie Blümchen auf mir; mein Felsenstrauch soll
Fest sie halten, so lange bis sie liebet.

Wald.
Sucht sie dir zu entfliehen in meine Schatten,
Will ich schnell mich des Laubes gar entladen,
Sie mit meinem Gezweige nicht zu bergen.

Sonne.
Strahlen will ich auf sie verschießen, wacker
Athmen will ich sie lassen, bis sie liebet.

Venus.
Was nur lieblich ist, will ich ihr verleiden,
Alle Straßen der Freuden ihr versperren,
Bis sie willig den süßen Sänger küsset.

Liebenswertheste Göttin, sprach ich; Sonne,
Wald und Hügel und Wiese, May und Sommer!
O! was redet ihr? Ob sie mich betrübet,
Die Geliebte, will ich doch lieber leiden,
Als gestatten, daß ihre zarten Glieder,
Eurer Freuden beraubet, schmachten sollen;
Lieber todt will ich seyn, als sie nicht froh sehn.

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