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Hermes - Kaiser Heinrich

Johann Timotheus Hermes (* Petznick bei Stargard 1738 + Breslau 1821)

Ich grüße sie mit Gesang die Süße,
Die ich nicht meiden will und mag,
Daß ich sie recht vom Munde grüße.
Wie leid ich, ach! so manchen Tag!
Wer dieses Lied nun singt vor ihr,
Der ich sogar ungern entbehr,
Er sey Weib oder Mann, o! der
Begrüße sie recht schön von mir!

Mein sind die Reich` und Länder alle,
Wenn ich bey der Geliebten bin,
Doch, wenn ich wieder von ihr walle,
Ist Allgewalt und Reichthum hin,
Ist nichts als Kummer nur noch mein!
Sonst stieg an Freud` ich auf und ab,
Den Wechsel bring ich, wie ich meyn`,
Durch ihre Liebe jetzt ins Grab!

Seit daß ich sie so herzlich minne,
Und ohne Wanken allezeit
Im Herzen trage, wie im Sinne,
Zuweilen mit so manchem Leid,
Was beut die Liebe mir dafür?
Da beut sie mir so schönen Lohn!
Ach! eh ich wollt` entsagen ihr,
Entsagt` ich lieber noch der Kron`!

Der sündigt schwer, der es nicht glaubet:
Ich weiht` ihr manchen lieben Tag
Würd` auch der Kron` ich ganz beraubet,
Die ich sonst nicht begehren mag!
Verlör ich sie, was hätt` ich dann?
Da hätt` ich nimmer frohen Sinn
Und taugte nicht für Weib und Mann;
Mein bester Trost wär` ganz dahin!

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