Direkt zum Hauptbereich

Tieck - Winli, Minnigliche Minne

Ludwig Tieck (* Berlin 1773 + Berlin 1853)

Minnigliche Minne,
Nun füge durch Güte
Daß ich meine Liebe ersehe nahe bey,
So daß ich gewinne
Ein neues Gemüthe,
Daß ich dieser Sorge werde endlichen frey,
Käme ich jemals dahin, wo ich sie fünde,
Nimmer ich entwinde
Bis ich`s ihr verkünde,
Wenn mich irgend führte mein Dienst näher bey.

Nun hat neubelaubet
Der Wald sich zehn Jahr
Daß ich nimmer noch neue Freude gewann,
Hätt` ich das geglaubet
Daß mit der Gefahr
Sie mich ihr dienen hieß, als sie mich gewann,
Seht, so hätte ich mich an ihr gerochen,
Ich hätte ihr gebrochen,
Ich hätte gesprochen:
Wie ihr mir Fraue so bin ich euch Mann.

Das hab ich versäumet,
Ich floh allen Weiben,
Sie hat mich gefangen ihr eigen ich bin,
Hätt` ich da geräumet
Als sie mich hieß beleiben,
So möchte ich nun dienen wohl nach meinem Sinn,
Das mag nun nicht seyn ich muß ihr neigen,
Sie mag mich wohl zeigen
Den Leuten für eigen,
So mag sie mich schätzen ich gebe mich hin.

Nicht läugnen ich will
Ich sey ihr gefangen,
Das gönne ich Niemand auf Erdreiche bas,
Und ist das so still,
Daß ich auf ihren Wangen
Noch in ihren Augen nichts Liebes nie las:
Seht, wie gut Gesellin ist die Reine,
Alles das ich meine
Das meinet sie kleine,
Trag ich zu ihr Huld so trägt sie gegen mich Haß.

Nimmt das nicht ein Ende
Das kostet ein Sterben
Mich viel sehnenden Mann, dazu bin ich gestalt,
Solchen Schaden wende,
Nichts lasse mich verderben
Minnigliche, du hast die Gewalt,
Oder ich will kämpfen vor dem Reiche
Mir ihr sicherleiche
Dem ich nicht entweiche
Eh ich länger trüge die Noth mannigfalt.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Herkunft der Kroaten

Die Kroaten (kroatisch Hrvati) sind ein Volk, das heute hauptsächlich in Kroatien, in Teilen von Bosnien-Herzegowina und im österreichischen Burgenland lebt. Sie sprechen eine südslawische Sprache und gehören der römisch-katholischen Kirche an. Abhängig von der Wirtschaftslage ihrer Heimat, zog es viele Kroaten im Laufe der Zeit auch ins Exil. Kroatische Minderheiten leben heute unter anderem in Westeuropa, Amerika und Ozeanien.

Im Zuge einer Völkerwanderung besiedelten im 6. / 7. Jahrhundert slawische Stämme ihr Gebiet. Eine in Tanais, einer ehemaligen griechischen Kolonialstadt in Russland am unteren Don, gefundene Schrift aus dem 2. Jahrhundert enthält den Namen Horoathos. In den kirchenslawischen Quellen werden Hrvate erwähnt. In Kärnten gibt es im 10. Jahrhundert Kroatengaue.

Bemerkenswert ist die Namensähnlichkeit mit einem Stamm, der bis zum 11. Jahrhundert in Schlesien und Teilen Böhmens erwähnt wird. Diese Chorwaten, die dort gelebt haben, sind in einer Urkunde von 1086 auch …

Die Venus von Willendorf

Die Venus von Willendorf ist eine circa 30.000 Jahre alte Figur aus Stein, die 1908 in der Wachau bei Willendorf in Österreich gefunden wurde. Sie stammt aus der jüngeren Altsteinzeit und wird heute im Naturhistorischen Museum Wien aufbewahrt. Sie ist eines der ältesten bekannten Kunstwerke überhaupt und ist so kostbar, dass über lange Zeit dem Besucher lediglich eine Nachbildung anschaubar war. Heute ist das Original von einer speziellen Tresorvitrine umgeben.

Die Venus im Museum
Was stellt die Venus dar?

Die Figur ist 11 Zentimeter hoch und hat breite Brüste und Gesäß. Ursprünglich war sie dick mit roter Farbe bemalt. Den Kopf umgibt eine auffallend lockige Haarpracht, die reihenförmig und noppenartig angeordnet ist. Es könnte sich auch um eine Kopfbedeckung handeln, die recht kunstvoll anmutet und über die Stirn gezogen ist. Unter dieser ist auf der linken Seite der unteren Kopfhälfte ein Loch erkennbar, das eindeutig an ein Auge erinnert. Unten am Kopf befindet sich mittig ein kur…

Kroaten im Ausland

Kroatien mit der Hauptstadt Zagreb hat heute rund 4,3 Millionen Einwohner. Im Jahr 2000 lebten in Bosnien-Herzegowina rund 570.000 Kroaten und davon ungefähr 48.000 in Mostar. Nach Schätzungen gibt es im Ausland etwa 1,5 bis 2 Millionen Kroaten.

Die erste Auswanderungswelle nahm mit den osmanischen Eroberungen auf dem Balkan im 15. und 16. Jahrhundert ihren Lauf. Im Zuge derer flohen Einwohner bedrohter Gebiete in sichere Teile Kroatiens, nach Österreich, in die Slowakei und nach Ungarn. In dieser Zeit siedelten sich auch die ersten Kroaten im Burgenland an, von denen heute noch 60.000 dort leben. Im Westen Ungarns beläuft sich die Zahl der Burgenlandkroaten noch auf 10.000, die der übrigen ist mit 100.000 allerdings noch etwas höher, meist in den angrenzenden Gebieten. Für die Slowakei gibt es keine genauen Zahlen.

In der Wojwodina, dem nördlichen Teil Serbiens, sind nach der Volkszählung von 2002 noch circa 60.000 Kroaten ansässig. In Montenegro wurden 2003 circa 7000 Kroaten gezäh…